Die Pfirsiche meiner Kindheit

Wenn ich an meine Kindheit und den heimatlichen Essenstisch denke, fällt mir nicht ganz so viel Kulinarisches ein. Ich war eine schlechte Esserin. Fleisch, Gemüse oder andere Dinge die sonntags auf den Tisch kamen, wollte ich nicht essen. Mein Frühstück bestand aus Keksen mit Milch und meine Mutter verzweifelte. Sie hatte sogar eine Kur für mich im Sinn. Auch ohne Kur bin ich groß geworden und das Kochen ist meine Leidenschaft geworden.

An eine Sache erinnere ich mich aber noch gerne. Es war ein Pfirsichbaum, der in unserem Hausgarten an der Hauswand direkt neben meinem Zimmerfenster wuchs. Im Frühjahr kündigte der Baum mit seinen rosa-weißen Blüten die saftig-fruchtigen Früchte für den Sommer an. Die Sonne gab jedes Jahr ihr bestes und verleite den runden samtig-weichen Pfirsichen eine schöne Farbe und ein leckeres Innenleben. Das Beste war daran, dass ich die Pfirsiche von meinem Fenster pflücken und direkt in den Mund stecken konnte.Viel hing an unserem kleinen Baum nicht, aber es reichte für einen süßen Genuss und einen selbstgebackenen Pfirsichkuchen von meiner Mutter.

Wenn ich heute Pfirsiche im Supermarkt kaufe, haben die nicht wirklich eine große Ähnlichkeit mit den selbst geernteten Pfirsiche aus meiner Kindheit, denn diese waren klein und runzelig. Beiße ich aber in den Pfirsich und schließe die Augen, kommt mit dem Geschmack sofort die Erinnerung wieder und ich sehe mich pflückend am Fenster sitzen.

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